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Zwei Modelle, ein Markt
Die Online-Fertigungslandschaft umfasst zwei unterschiedliche Geschäftsmodelle, die um dieselben Kunden konkurrieren. Broker-Marktplatzplattformen aggregieren ein Netzwerk von Fertigungsbetrieben und kassieren eine Marge auf jeden Auftrag. Direktfabriken betreiben eigene Maschinen, beschäftigen eigene Bediener und verkaufen direkt. Der Unterschied geht über die Benutzeroberfläche hinaus — er wirkt sich auf Preisgestaltung, Lieferzeit, Qualitätskontrolle, Kommunikation und das Verhalten bei Problemen aus.
So arbeiten Broker-Plattformen
Broker-Plattformen nutzen Software, um Ihren Auftrag mit einem geprüften Drittanbieterbetrieb aus ihrem Netzwerk zu verknüpfen. Die Plattform übernimmt Angebotserstellung, Auftragsverwaltung und Zahlung; die eigentliche Fertigung findet in einer Anlage statt, zu der Sie keine direkte Beziehung haben. Dieses Modell bietet Bequemlichkeit und breite Prozessabdeckung — ein einzelnes Konto kann CNC-Bearbeitung, 3D-Druck, Spritzguss und Blechbearbeitung abdecken. Aber die Abstriche gehören zum Modell:
- Plattformmarge: Marktplatzplattformen addieren ihre Betriebsmarge auf die Fertigungskosten
- Die Kommunikation verläuft über die Projektmanagementebene der Plattform — nicht direkt zur Produktionshalle
- Wenn Aufträge zwischen den Läufen an verschiedene Betriebe geroutet werden, kann die Chargenkonstanz variieren
- DFM-Rückmeldungen sind typischerweise automatisiert; eine detaillierte technische Prüfung hängt ggf. vom Abonnement ab
- Baugruppen, die mehrere Unterprozesse erfordern, beinhalten ggf. die Koordination über verschiedene Netzwerkbetriebe hinweg
So arbeitet eine Direktfabrik
Eine Direktfabrik besitzt die Ausstattung, beschäftigt die Fertigungsbediener und kontrolliert jede Produktionsstufe. Wenn Sie Blechteile bei WERIX bestellen, durchlaufen Ihre Teile unsere eigenen Laser-, Stanz-, Biege-, Schweiß- und Oberflächenzellen — alles unter einem Dach, innerhalb von 3.000 m². Ihr dedizierter Ingenieur bewegt sich in derselben Halle, in der Ihre Teile gefertigt werden. Es gibt keine Zwischenschicht, kein Routing zu einem unbekannten Subunternehmer und keinen Aufschlag zwischen Ihnen und der Produktionslinie.
- Fabrikdirektpreise: keine Broker-Marge — Sie zahlen die Fertigungskosten zzgl. unserer Betriebsmarge
- Direkter Ingenieurzugang: Ihr Ansprechpartner beaufsichtigt die Produktion und leitet nicht nur Nachrichten weiter
- Einheitliche Qualität: dieselben Maschinen, dieselben Bediener, derselbe QC-Prozess bei jeder Charge
- Lauufende Verantwortung: Wenn eine Biegung außerhalb der Spezifikation liegt, erkennen wir das in der Halle — nicht nach dem Versand
- Baugruppenkonsolidierung: Schweißen, Befestigungseinsatz, Pulverbeschichtung und Verpackung erfolgen in Folge ohne externe Übergaben
Nach unserer Erfahrung liegen Fabrikdirektpreise für Blechteile 20–35 % unter den Marktplatz-Plattformpreisen für identische Spezifikationen. Die Differenz vergrößert sich bei Baugruppen mit mehreren Unterprozessen, da jeder externe Übergang sowohl Marge als auch Lieferzeit hinzufügt.
Direktvergleich
Die nachfolgende Tabelle vergleicht die beiden Modelle entlang der Dimensionen, die für Beschaffungsteams am wichtigsten sind.
| Dimension | Broker-Plattform | Direktfabrik (WERIX) |
|---|---|---|
| Preismodell | Plattformbetriebsmarge auf die Fertigungskosten aufgeschlagen | Direkte Fabrikkosten — keine Zwischenschicht |
| Kommunikation | Über Plattform-Projektmanager | Direkt zum Produktionsingenieur |
| Qualitätskontrolle | QC auf Lieferantenebene; Plattformaufsicht | QC in jeder Stufe — dieselbe Anlage, dasselbe Team |
| Lieferzeit | Hängt von Lieferantenverfügbarkeit und Routing ab | Kontrollierter Zeitplan — angegebene Lieferzeit ist zuverlässig |
| Baugruppe / Mehrfachprozess | Kann mehrere Netzwerklieferanten involvieren | Alle Unterprozesse intern unter einem Dach |
| DFM-Rückmeldung | Typischerweise automatisiert; Tiefe variiert je nach Plattform und Paket | Dedizierter Ingenieur mit kommentiertem DFM-Bericht |
| Nachbestellungskonstanz | Lieferant kann sich zwischen Aufträgen ändern | Dieselben Maschinen, Bediener und Vorrichtungen |
| Mindestbestellmenge | Oft 1+ (prototyp-orientiert) | 1+ für Blech; keine MOQ |
| Geistiges Eigentum | Dateien werden mit verknüpften Lieferanten geteilt; NDA verfügbar | Ihre Dateien verbleiben in einer Anlage unter NDA |
Wann jedes Modell am besten funktioniert
Keines der Modelle ist universell überlegen — die richtige Wahl hängt von Ihren Prioritäten ab.
- Wählen Sie eine Broker-Plattform, wenn Sie seltene oder exotische Prozesse benötigen, die lokal nicht verfügbar sind (z. B. DMLS-Metalldruck, Großformat-CNC)
- Wählen Sie eine Broker-Plattform für Einzelprototypen, bei denen die Preissensitivität gering ist und die breite Prozessabdeckung wichtiger als die Stückkosten ist
- Wählen Sie eine Direktfabrik, wenn Ihnen die Stückkosten wichtig sind, insbesondere bei Produktionsvolumen über 100 Teile
- Wählen Sie eine Direktfabrik für Baugruppen mit mehreren Unterprozessen — weniger Lieferanten bedeuten weniger Probleme
- Wählen Sie eine Direktfabrik, wenn Kommunikationsgeschwindigkeit und technische Tiefe wichtig sind — direkter Ingenieurzugang schlägt Plattform-Nachrichtenversand
- Wählen Sie eine Direktfabrik, wenn IP-Schutz ein Anliegen ist — Ihr Design verbleibt in einer Anlage
FAQ
Verfasst von
Tom
Senior Prozessingenieur
Erfahrener Fertigungsingenieur, spezialisiert auf Blechbearbeitung, CNC-Fräsen und Oberflächenveredelung. Verfasst praktische Ratgeber, um Ingenieure bei fundierten Beschaffungsentscheidungen zu unterstützen.
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